Anfang August vertrat Jens Angerhoefer unseren Verein bei der Deutschen Meisterschaft des BDS in Suhl. Nach erfolgreicher Qualifikation über Kreis- und Landesmeisterschaft ging er in den Disziplinen Trap und Skeet an den Start. Als einziger Teilnehmer aus Brandenburg trat er gemeinsam mit einem weiteren Schützen aus Berlin auf einer Wettkampfstätte an, die regelmäßig Schauplatz internationaler Großereignisse wie Weltcups und Junioren-Weltmeisterschaften ist – zuletzt im Juni 2026.
Allein die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft war für Jens in diesem Jahr bereits ein besonderer Erfolg. Nach einem Fahrradunfall mit anschließender Operation konnte er erst im April 2026 wieder mit dem Schießtraining beginnen. Umso beachtlicher waren die guten bis sehr guten Ergebnisse bei Kreis- und Landesmeisterschaft. Die dort erzielten Trefferzahlen bildeten schließlich die Grundlage für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.
Angesichts des Trainingsrückstands und des deutlich höheren Leistungsniveaus in Suhl stand zunächst die olympische Idee im Vordergrund: „Dabei sein ist alles.“ Dass man trotzdem nicht unbedingt nur zum Zuschauen anreisen muss, sollte sich zumindest beim Trap noch zeigen.
Am Mittwoch, dem 5. August, standen zunächst Anmeldung, Waffeninspektion und Training auf dem Programm. So bestand Gelegenheit, sich mit den Schießständen und den Bedingungen vor Ort vertraut zu machen. Etwas ungewohnt und durchaus beklemmend wirkte das Bild der umliegenden Berghänge. Massive Abholzungen infolge der Schäden durch den Borkenkäfer hatten deutliche Spuren hinterlassen und beeinträchtigten das Panorama der ansonsten idyllisch gelegenen Wettkampfstätte.
Nach erfolgreichem Training ging es ins Hotel – schließlich sollte am nächsten Tag nicht nur die Flinte, sondern möglichst auch der Schütze ausgeschlafen sein.
Trap – deutlich mehr als nur „dabei“
Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 25 °C begann am Donnerstag um 12:00 Uhr der erste Wettkampf. In der Disziplin Trap absolvierten jeweils zwei Rotten im Wechsel sechs Runden mit je 15 Wurfscheiben. Damit galt es innerhalb von rund zwei Stunden insgesamt 90 Scheiben ins Visier zu nehmen.
Dank der professionellen Organisation verlief der Wettkampf ausgesprochen reibungslos. Die freiwilligen Helfer des BDS und das Team der Schießsportanlage agierten souverän und freundlich, achteten zugleich aber konsequent auf die Einhaltung der Regeln. Trotz des sportlichen Anspruchs herrschte unter den Teilnehmern eine entspannte und sehr kollegiale Atmosphäre.
Nach sechs durchaus anstrengenden Runden konnte sich das Ergebnis sehen lassen: 76 von 90 Scheiben getroffen!
Damit belegte Jens unter 42 Teilnehmern einen hervorragenden 12. Platz. Ein Ergebnis, mit dem er angesichts der Vorgeschichte und des Trainingsrückstands mehr als zufrieden sein konnte. Die olympische Devise „Dabei sein ist alles“ durfte an diesem Tag also durchaus um den Zusatz „… aber ein guter Platz ist auch nicht schlecht“ ergänzt werden.
Skeet – es gibt solche Tage …
Gut ausgeschlafen ging es am Freitag erneut um 12:00 Uhr auf den Stand, diesmal in der Disziplin Skeet. Bereits nach den ersten beiden Runden bewahrheitete sich allerdings eine alte Sportlerweisheit: Es gibt gute Tage – und es gibt die anderen.
Dieser Freitag gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.
Die Kombination aus Trainingsrückstand, einem fremden Schießstand, ungewohnter Bleimunition und schwierigen Windverhältnissen machte die Sache nicht einfacher. Während auf dem heimischen Stand ausschließlich Stahlschrot verwendet werden darf, musste in Suhl mit Bleischrot geschossen werden. Es gelang an diesem Tag einfach nicht, sich ausreichend auf die veränderten Bedingungen einzustellen.
So stand nach sechs Runden zwar eine erstaunlich konstante, leider aber konstant ausbaufähige Trefferleistung auf der Anzeigetafel: 56 von 90 Wurfscheiben und Platz 33.
Ein Ergebnis, das Jens selbst nicht zufriedenstellen konnte und das auch bei einer Kreismeisterschaft kaum für eine vordere Platzierung gereicht hätte. Aber auch das gehört zum Sport: Manchmal trifft man die Scheibe – und manchmal sammelt man Erfahrungen. Freude bereitet hat der Wettkampf trotzdem.
Ein sportlicher Höhepunkt des Jahres 2026
Rückblickend waren die Tage in Suhl ein besonderes Erlebnis und für Jens zweifellos der bisherige Höhepunkt des Sportjahres 2026. Einmal gemeinsam mit den besten Schützen Deutschlands bei einer Deutschen Meisterschaft am Start zu stehen, war die Reise und den Aufwand allemal wert.
Gleichzeitig zeigte der Wettkampf sehr deutlich, wie entscheidend eine fundierte und kontinuierliche Vorbereitung ist. Die Motivation für die kommende Saison ist damit jedenfalls vorhanden. Ob bei besserer Vorbereitung, entsprechend höheren eigenen Erwartungen und hoffentlich deutlich mehr Trainingszeit dann auch Tagesform und Nerven mitspielen, steht auf einem anderen Blatt. Denn eines wurde in Suhl ebenfalls wieder deutlich: Schießsport findet zu einem erheblichen Teil zwischen den Ohren statt.
Welches Leistungsniveau bei einer Deutschen Meisterschaft erreicht wird, zeigen die Ergebnisse der Besten eindrucksvoll: Der Sieger im Trap traf 88 von 90 Scheiben. Im Skeet gelang dem besten Schützen sogar das perfekte Ergebnis von 90 Treffern bei 90 Scheiben – davon beeindruckende 89 bereits mit dem ersten Schuss.
Bleibt zum Schluss ein großes Dankeschön an die Organisatoren, die freiwilligen Helfer des BDS und das Team der Schießsportanlage in Suhl für die professionelle Durchführung und die angenehme Atmosphäre.
Fazit: Deutsche Meisterschaft, ein 12. Platz im Trap, viele neue Erfahrungen und noch mehr Motivation für die nächste Saison. Gern im kommenden Jahr wieder!



